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Kalligraphie
Schön zu schreiben gilt in China and chinesisch
beeinflussten Kulturen als eigene Kunstform, die eigentlich
sich beide sehr nahe stehen, denn sie werden mit denselben
Instrumenten ausgeführt und verbinden sich häufig,
etwa durch das Einfügen von kalligraphierten Gedichten
in Gemälde oder durch das Anlegen von Kalligraphien
wie Figuren oder Szenen, Nicht nur richtiges, sondern
auch ausdrucksstarkes Kalligraphie gehörte seit
jeher zu den Fähigkeiten, die jeden Beamten auszeichneten,
die von jedem Künstler erwartet wurden und die
auch sonst als Zeichen von Bildung und Charakter galten.
Die meisten chinesischen Schriftzeichen sind seit mehr
als 2000 Jahren unverändert (sieht man einmal von
er Schriftreform der fünfziger Jahre ab, die aber
von der Kunst nicht nachvollzogen wurde). Doch die Art
zu schreiben hat sich mehrfach geändert, Heute
unterscheidet man vier Stilrichtungen. Mit der Reichseinigung
führte der erste Kaiser, Qin Shihuandi, die kleine
Siegelschrift als erste vereinheitlichte Schrift ein.
Die Zeichen wurden zu rechteckigen Formen mit abgerundeten
Ecken gedehnt, eine Schrift, die sehr schwer lesbar
ist und heute nur noch auf Sieglen verwandt wird. Schon
am Ende der Qin-Dynastie erkannte man die Notwendigkeit,
eine leichtere Schrift zu entwickeln; sie wird Kanzleischrift
genannt. In der Han-Dynastie schließlich, die
in vielfacher Weise für die chinesische Kultur
prägend war, führte man die sogenannte Normalschrift
als verbindlich ein, die bis heute im Alltag Verwendung
findet.
Dem Kalligraphen konnten solche Normierungen jedoch
keine Freude bringen, sollte die Handschrift doch gerade
seine Individualität beweisen. Somit entwickelte
sich die Kursiv- oder Grasschrift, Bei der die einzelnen
Striche meist kontinuierlich geschrieben werden, ohne
dass man den Pinsel abnimmt und wieder neu aufsetzt.
So entstand eine hochindividuelle, ästhetische
und künstlerische Schrift, die allerdings sehr
schwer zu lesen ist und deshalb nur in der Kalligraphie
verwendet wird.
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